Zukunft stiften durch Bildung | Ausbildung | Arbeit 

 

Gelingende Förderung wirkt weiter:
Unser Neujahrsgruß 2018


Liebe Partner und Freunde der LL-Stiftung,
liebe Stifterfamilie,

tragfähige Konstellationen mit unseren Projektpartnern zu erarbeiten, das ist der Anspruch, den die Louis Leitz Stiftung an ihre Fördertätigkeit stellt. Ziel ist, dass durch unsere Unterstützung, sei es im Rahmen einer mehrjährigen Kooperation, sei es durch eine einmalige Förderung, eine nachhaltige Wirkung erzielt wird.

Dass dies gelungen ist bei den zwei Flüchtlingsprojekten, die 2015 in die Förderung aufgenommen wurden, ist uns eine große Freude! Sowohl der alltagsorientierte Deutschunterricht für UMFs in der Notaufnahme, als auch die im Sozialamt angesiedelte Koordinationsstelle für Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit sollen zukünftig ganz bzw. zum großen Teil durch die Stadt Stuttgart finanziert werden.

Erfreulich entwickelt hat sich auch das Projekt, das wir 2017 aus den Mitteln des LL-Stiftungsfonds "Drittwelt" mit einer Einmalförderung unterstützt haben: EduGlobe hat mittlerweile an fünf Schulen in Uganda "School Enterprises" aufgebaut, in denen Schüler wirtschaftlich denken und teamorientiert arbeiten lernen und dadurch gleichzeitig ihre Schulgebühren reduzieren können. Für 2018 haben wir nun ein Projekt im ländlichen Kenia zur Förderung vorgesehen, wo Mädchen wegen mangelnder Monatshygiene viel Schulunterricht versäumen.

Gerne fortsetzen wird die LL-Stiftung die Kooperation mit dem Anna-Haag-Mehrgenerationenhaus in Bad Cannstatt: Aus dem Projekt "Krisencoach", dessen Förderung jetzt endet, wurde ein neues Projekt entwickelt, das speziell die besondere Situation von FörderschülerInnen mit Migrationshintergrund in den Fokus nimmt. Wir freuen uns, dass die Finanzierung von "MIGRA" zusammen mit weiteren Stuttgarter Stiftungen gestemmt werden kann!

"hands on talents" sehen Sie oben am Werk: Ein Projekt zur beruflichen Orientierung und Talentförderung für deutsche und spanische Jugendliche, die ihren Weg trotz schwieriger Lebensumstände finden müssen, haben wir 2017 mit einer kleineren Fördersumme für Materialkosten unterstützt. Handwerkliche und kreative Fähigkeiten im interkulturellen Team erleben, Verantwortung für das gemeinsame Ergebnis übernehmen  das veranlasst die Teilnehmer sich mit persönlichen Talenten und Perspektiven auseinanderzusetzen, so das Konzept der Heidelberger WERKstattSCHULE.

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Deutlich zurückgegangen 

sind die Zahlen der in Stuttgart neu ankommenden geflüchteten Menschen seit 2015. Die Aufgaben für das Fachpersonal wie für die vielen ehrenamtlichen Helfer sind deshalb aber nicht weniger geworden, sie haben sich allerdings gewandelt:

Alltagsorientierte Sprachförderung in der Notaufnahme für minderjährige unbegleitete Flüchtlinge kann nun in zwei Gruppen, orientiert am Leistungsniveau der Teilnehmer stattfinden. Auch eine Alphabetisierung ist möglich durch den Einsatz von drei ausgebildeten Sprachförderkräften. Die Regelfinanzierung der Sprachförderung ist im Doppelhaushalt des Jugendamts fest eingeplant, so dass es wohl auch zukünftig vom ersten Tag an losgehen kann mit dem Deutsch (land kennen) lernen! Die Entwicklung und Zusammenstellung von Unterrichtsmaterial speziell für 14- bis 17-jährige Jugendliche durch die Sprachförderkräfte und Mitarbeiter des Jugendamts ist nun abgeschlossen. Das kompakte, frei kopierbare Handbuch "Deutsch als Zweitsprache" steht zum Download hier (.pdf/10MB) zur Verfügung. Einzelne gedruckte Exemplare können bei Bedarf bei uns angefragt werden.

Auch die Koordinierungsstelle Ehrenamtliches Engagement in der Flüchtlingsarbeit (75%) ist unbefristet in den Haushalt des Sozialamts übernommen worden, die zweite Stelle (50%) immerhin für die nächsten beiden Jahre! Ein großer Erfolg des Fachbeirats aus dem Kreis der Förderstiftungen, der unter der Führung der Bürgerstiftung Stuttgart bei Gesprächen mit Stadträten und Stadträtinnen die Notwendigkeit der Weiterführung dieser Arbeit deutlich machen konnte.

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Ohne Monatshygiene

ist der Schulbesuch peinlich. In Kenias ländlichen Regionen ist der Umgang mit der Periode noch sehr von Vorurteilen und Scham geprägt. Mädchen und Frauen aus einkommensschwachen Familien (75% der Bevölkerung) können sich zudem keine Damenbinden leisten. Das führt zu regelmäßigen Fehlzeiten bei den Schülerinnen, behindert Frauen, die oft die Haupternährerinnen der Familie sind, bei der Arbeit und zementiert die strukturelle Benachteiligung der Frauen insgesamt.

In Zusammenarbeit mit einer lokalen NGO wird der Projektträger VESBE e.V. in Machakos County eine Produktionseinheit für Damenbinden aufbauen, Produktionsmitarbeiterinnen schulen und lokale Händlerinnen für den Vertrieb dieser preisgebundenen Produkte gewinnen, so dass Erwerbsmöglichkeiten für Frauen entstehen. Unterstützt durch Sensibilisierungsmaßnahmen an den Schulen, die SchülerInnen, Eltern und die Bildungsbehörde einbeziehen, soll das Projekt Mädchen und Frauen ermöglichen, zukünftig vollumfänglich am Schulunterricht und am sozialen Leben teilzunehmen und dadurch langfristig die gesellschaftliche Teilhabe insgesamt verbessern.  

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Mit MIGRAtions-hintergrund

und ohne Hauptschulabschluss in den ersten Arbeitsmarkt vermitteln: Bei mittlerweile mehr als 50% der TeilnehmerInnen an berufsvorbereitenden Bildungsmaßnahmen (BvB) und Ausbildungsgängen stellt sich der Bildungsstätte des Anna-Haag-Mehrgenerationenhauses (AHM) diese Aufgabe. Für berufsfachliche Themen noch nicht ausreichende Deutschkenntnisse sind oft problematisch; kulturelle Gegebenheiten und familiäre Zwänge wirken dazu besonders für Mädchen als Hemmnisse.

An den eigenen Stärken ansetzen, Sprachdefizite aufholen und realistische Ausbildungs- und Berufsperspektiven entwickeln: Durch MIGRA werden die Jugendlichen und ihre Eltern hierbei individuell begleitet, u.a. durch eine pädagogische Fachkraft mit entsprechendem kulturellen Hintergrund. Das Netzwerk des AHM kann dazu genutzt werden, Arbeitgeber für die interkulturellen Kompetenzen und Einsatzmöglichkeiten dieser Jugendlichen zu sensibilisieren und so den Weg in einen Arbeitsplatz zu eröffnen.

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Ein friedliches, erfüllendes und glückliches Neues Jahr wünschen wir Ihnen, unseren Partnern und Freunden, der Stifterfamilie und allen weiteren Spendern und anteilnehmenden Unterstützern. Wir freuen uns auf bereichernden Austausch, inspirierende Begegnungen und spannende Erlebnisse in der weiteren gemeinsamen Arbeit!

 

Ingrid Leitz und Christoph Glatzel                                                                 Marion Hinte
         (Stiftungsvorstand)                        Louis Leitz Stiftung                 (Stiftungsreferentin)