Stiftungsprofil der LL-Stiftung
Die gemeinnützige Louis Leitz Stiftung wurde im November 2001 als Treuhandstiftung durch 39 Stifter einer ehemaligen Unternehmerfamilie errichtet und zum 6. Juni 2006 vom Regierungspräsidium Stuttgart als rechtsfähige Stiftung bürgerlichen Rechts anerkannt.

Mit der Stiftungserrichtung folgen die Stifter dem Leitbild, dass das friedliche Zusammenleben von Menschen aller Herkunft, Hautfarbe, Religion und Generationszugehörigkeit nur durch Menschen mitgestaltet wird, die ihre individuelle Existenz entfalten und ihre materielle Zukunft sichern können. Die Integration der Menschen in den Arbeitsprozess mittels Bildung und Berufs-
ausbildung ist hierzu Voraussetzung und vorrangige gesellschaftliche Aufgabe.

Zweck der Stiftung ist es, Kinder sowie junge und erwachsene Menschen, die in körperlicher, seelischer oder wirtschaftlicher Benachteiligung leben, darin zu unterstützen, den Zugang zu Bildung, Ausbildung und Arbeit zu erlangen, um persönliche und gesellschaftliche Perspektiven zu entwickeln. Das Motto der Louis Leitz Stiftung lautet deshalb:

Zukunft stiften durch Bildung | Ausbildung | Arbeit

Als gemeinnützige Förderstiftung unterstützt die Louis Leitz Stiftung insbesondere Bildungs- und Ausbildungsprojekte für benachteiligte Menschen, die beispielhaft und übertragbar sind. Folgende mittelfristig angelegten Projekte (Förderzeitraum 3 – 6 Jahre) unserer Partner werden zurzeit gefördert:

In Deutschland:

  • Die CHANCENWERK Lernkaskade wird nun auch an vier Stuttgarter Pilot-Schulen eingeführt: Chancenarme Schüler der Klassenstufe 5-8 erhalten Hausaufgabenhilfe und Lernförderung durch ältere Mitschüler. Die Schüler-Mentoren entwickeln dabei Verantwortungsbereitschaft und soziale Kompetenz und können ihren Schulabschluss gezielt verbessern, weil studentische Honorarkräfte sie in ihren Problemfächern unterstützen (www.chancenwerk.de).
  • FLÜCHTLINGE Koordination Freundeskreise wurde von der Bürgerstiftung Stuttgart initiiert, die über „Runde Tische“ mit Akteuren aus der Kommune, Freundeskreisen und Stiftungen als dringendste Aufgabe Vernetzung, Koordinierung und eine Internetplattform identifizierte. Eine 75%-Stelle beim Sozialamt wird von sechs Stuttgarter Stiftungen für 3 Jahre finanziert  (www.buergerstiftung-stuttgart.de/fluechtlinge).
  • In der NOTAUFNAHME Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge des Jugendamtes Stuttgart gibt das Konzept „Alltagsorientierte Beschulung“, das Sozialpädagogik-Studierende der Evangelischen Hochschule Ludwigsburg entwickelt haben, dem Alltag der Jugendlichen Struktur. Die tägliche Sprachvermittlung in zwei Lerngruppen durch DaF-Fachkräfte wird ergänzt durch freizeitpädagogische Angebote der Studierenden und ehrenamtlichen Helfer (www.stuttgart.de/jugendamt).
  • ICH KANN´S! Lernförderung im Bildungstandem fördert Kinder an neun Stuttgarter Grundschulen. Oberstufenschüler, Studierende und junge Berufstätige engagieren sich in diesem  Mentoren-Programm der KinderHelden gGmbH als Lern- und Freizeit-Begleiter.(www.kinderhelden.info).
  • KRISENCOACH Einstiegsbegleiter unterstützen lerngeminderte Jugendliche, die im Anna Haag Mehrgenerationenhaus in Stuttgart – Bad Cannstatt eine Ausbildungschance bekommen und wahrnehmen möchten. Mit diesen neu geschaffenen Stellen können die Jugendlichen im schwierigen Übergang „Förderschule – Ausbildung” individuell betreut und während der Ausbildung begleitet werden, was die Zahl der Ausbildungsabbrüche messbar reduziert (www.annahaaghaus.de).

Auslandsprojekte:

  • PROGRES Berufsqualifizierung wird an beruflichen Mittelschulen (und einigen Grundschulen) in neun Regionen von Bosnien-Herzegowina aufgebaut und ermöglicht an den Schulen erstmalig eine berufliche Orientierung in Kooperation mit engagierten Ausbildungsbetrieben. Zudem erhalten jährlich bis zu 80 arbeitslose, junge Menschen eine betriebliche Ausbildung in ausgewählten Lehrbetrieben (www.wings-of-hope.de und www.progres-bh.ba).
  •  AGROFORSTWIRTSCHAFT in der Berufsbildung ist ein Pilotprojekt in Uganda, mit dem der Entwaldung und ihren gravierenden ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Folgen entgegengewirkt werden soll. Berufsschüler an zwei Schulen legen u.a. in diesem neu konzipierten Wahlfach Demonstrationsgärten mit Mischkulturpflanzungen an und erlernen die dafür nötigen Arbeitstechniken. Damit wird erprobt, wie unfruchtbare Flächen naturnah wiederhergestellt werden können, was nicht nur dazu beiträgt, die Lebensgrundlagen der Bauern nachhaltig zu sichern, sondern auch ggf. ein Einkommen ermöglicht (www.fairventures.org).
  • KOPEME Moringa- und Beifuß-Anbau entstand durch ein „Mission Investment“ der LL-Stiftung bei der African Social Business Plus e.G., aus der sich die KOPEME GROUP & Social Business SARL in Togo finanziert. Die Hälfte der jährlich erzielten Zinserträge investiert die LL-Stiftung wiederum in ein Heilpflanzen-Projekt, das die Gesundheits- und Ernährungssituation der Kopeme Mikrokreditnehmer verbessert und Einkommens-möglichkeiten eröffnet ( www.kopeme.org und www.justcapital.org/portfolio/african-social-business).
  • Weitere, in den Vorjahren abgeschlossene Förderprojekte der LL-Stiftung finden sich auf der Seite „Dokumentation“.

MEDICA Zenica in Bosnien-Herzegowina wird in langjähriger Kooperation durch den LL-Stifterfonds „Osteuropa“ unterstützt. Hier erhalten jährlich ca. 130 Frauen und Mädchen, die wegen sexualisierter Gewalt im Schutzhaus psychosozial betreut werden, eine handwerkliche Ausbildung und damit die Chance, sich eine wirtschaftliche Existenz aufzubauen. Die 6-monatige Ausbildung, Trainings und Workshops werden seit 2009 auch an jährlich wechselnden dörflichen Standorten angeboten  (www.medicamondiale.org und www.medicazenica.org).

EduGlobe in Uganda wird 2017 aus dem Stifterfonds „Drittwelt“ gefördert. Mit der Unterstützung der Münchner Studenten von Enactus e.V. gründen Schüler weiterführender Schulen ihr eigenes kleines Mikro-Unternehmen, in dem sie Schulhefte o.ä. produzieren. Das bringt nicht nur einen finanziellen Ertrag, mit dem die Schulgebühren gesenkt werden können – die Schüler eignen sich auch lebenspraktische Fähigkeiten an http://muenchen.enactus.de/blog/projekte/eduglobe/

In der Region Stuttgart unterstützt die Louis Leitz Stiftung beispielhafte Bildungs- und Ausbildungsinitiativen mit kleineren Anschub finanzierungen.

Im Bereich kulturelle Bildung und Persönlichkeitsentfaltung werden 2017 beispielsweise gefördert:

  • TUSCH! Theaterteilhabe an der Jahnschule, Tübingen mit der Freien Bühne Stuttgart
  • ERZÄHLWERKSTATT mit Migranten des Elternseminars Stuttgart (Jugendamt)
  • KUNSTTHERAPIE Ateliers mit Flüchtlingskindern in einer AGDW Unterkunft in Heumaden
  • SKOhr-Labor des Stuttgarter Kammerorchesters, ein Tanzprojekt mit geflüchteten und Stuttgarter Jugendlichen.

Außerdem im Themenfeld Schule/Ausbildung/Lebensperspektiven u.a.:

  • zwei FSJ-Stellen an der Carl-Benz-Grundschule (Ganztagsschule) in Bad Cannstatt
  • KLIMAWERKSTATT, ein Ideen-Wettbewerb für Berufsschüler der My Climate gGmbH
  • INSIDE OUT Projekt zur Radikalisierungsprävention der Stuttgarter Jugendhaus gGmbH

Den informellen Stiftungskreis „Chancen für Bildung und Arbeit“, in dem sich zehn Stuttgarter Stiftungen im Bereich „Bildung und Ausbildung benachteiligter Jugendlicher“ engagieren und gemeinsame Projekte anstoßen, hat die LL-Stiftung im Dezember 2003 initiiert und bis zum Frühjahr 2016 koordiniert. Die Leitung des SK Chancen hat seither die Vector Stiftung übernommen.

Das Stiftungsprofil zum Download (.pdf/257kB) finden Sie hier.

 

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Foundation Profile (GB)
The Foundation Profile intends to give a compact overview of the main activities of the Louis Leitz Foundation.

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Profil de la Fondation (F)
Le Profil de la Fondation vous donne un aperçu des activités principales de la Fondation Louis Leitz.

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