Auslandsförderung: Uganda
AGRIBUSINESS-Akademien
In Uganda ist die Landwirtschaft insbesondere in ländlichen Regionen für 72% der Bevölkerung eine wichtige Lebens- und Einkommensgrundlage. Gleichzeitig fehlen gerade jungen Menschen stabile und ausreichend einkommensschaffende Beschäftigungsmöglichkeiten.
Drei AGRIBUSINESS-Akademien (mit speziell entwickelten Ausbildungs-, Mentoring- und Vernetzungsprogrammen) stärken mehr als 1.200 junge Menschen in Zentral- und Ostuganda darin, Landwirtschaft unternehmerisch zu betreiben und Einkommen entlang dieser Wertschöpfungskette zu erwirtschaften. Sie vermitteln praktische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen und vernetzen die AbsolventInnen mit lokalen Behörden, Finanzdienstleistern, Unternehmen und Märkten.
Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt AGRIBUSINESS- Akademien?
„AGRIBUSINESS-Akademien schaffen Perspektiven für die mehrheitlich junge Bevölkerung in Uganda, die mit einer extrem hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Im ländlichen Raum liegt ein immenses Potential, jungen Menschen neue Berufsfelder im Agrarbereich aufzuzeigen, die sie entsprechend ihrer eigenen Interessen und den Bedarfen im Umfeld mit Kreativität entwickeln und ausgestalten können. Unternehmerisches Lernen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette eröffnet nicht nur Einkommensmöglichkeiten, sondern hilft auch, das Berufsfeld Landwirtschaft mehr wertzuschätzen und ländliche Ressourcen durch klimaangepasste Bewirtschaftung zu erhalten und vielfältig zu nutzen.
Agribusiness-Akademien stiften Zukunft, sie sind in lokale Strukturen eingebunden und wirken nachhaltig – und entsprechen damit vollumfänglich dem Stiftungszweck der LL-Stiftung.“
Ingrid Leitz
Projektpatin AGRIBUSINESS-Akademien
Weitere Informationen unter https://das-hunger-projekt.de/project/uganda/.
Das Potenzial des landwirtschaftlichen Sektors erschließen
Trotz des großen Potenzials des Agrarsektors zeigen viele junge Menschen wenig Interesse an landwirtschaftlichen Berufen, die oft als einkommensschwach gelten und keinen hohen sozialen Status besitzen. Kleinbäuerinnen und -bauern und Agrarunternehmen haben zudem begrenzten Zugang zu Märkten und Finanzmitteln, was ihre Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt. Insbesondere Frauen sind im Agrarsektor mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert: Sie haben schlechteren Zugang zu Wissen, Fertigkeiten, Netzwerken und Finanzdienstleistungen, auußerdem erschweren traditionelle Vorstellungen und fehlende Sicherheiten wie Landbesitz ihre Situation.
Die Projektumsetzung erfolgt in drei Distrikten Ugandas, für die sich jeweils spezifische Herausforderungen stellen, wie etwa Ernährungsunsicherheit in Iganga, Abhängigkeit von Subsistenzlandwirtschaft in Butambala und die Notwendigkeit zur Vergrößerung landwirtschaftlicher Betriebe in Wakiso.

Einkommensmöglichkeiten für junge Menschen in der Landwirtschaft schaffen
Uganda ist mit einer enorm hohen Jugendarbeitslosigkeit von 70% konfrontiert, obwohl 72% der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft verdienen. Ziel ist daher, die Fähigkeiten und Möglichkeiten junger Menschen als Agribusiness-UnternehmerInnen zu fördern. 1.200 Teilnehmende im Alter von 18-35 Jahren, davon 50% Frauen, sollen über die dreijährige Projektlaufzeit erreicht werden. Diese haben bereits grundlegende Erfahrungen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft, benötigen jedoch weitere Kompetenzen, um entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette nachhaltige Unternehmen aufbauen zu können. Durch die Vernetzung mit Unternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Stellen erhalten die jungen Agribusiness-UnternehmerInnen bessere Möglichkeiten, Finanzierungsangebote und weitere Unterstützungsleistungen zu erschließen.
Vermittlung von landwirtschaftlichem und unternehmerischem Wissen und Einbindung in lokale Strukturen
AGRIBUSINESS-Akademien sind speziell entwickelte Ausbildungs-, Mentoring- und Vernetzungsprogramme, die in bereits bestehende lokale Strukturen von The Hunger Project Uganda eingebunden sind. Anhand von neu entwickelten Lehrplänen wird durch qualifiziertes Lehrpersonal die Vermittlung von theoretischem Wissen mit praktischen Schulungen verbunden, der Lehrplan umfasst u.a. Nacherntebehandlung, Verarbeitung, Produktentwicklung, Vermarktung und Finanzmanagement. Ergänzend finden für Erfahrungsaustausch Lernbesuche bei Unternehmen und Messen statt, MentorInnen betreuen die Lernenden und fördern die Vernetzung untereinander. Die enge Einbindung lokaler AkteurInnen bewirkt, dass Kooperationen mit Unternehmen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, mit Finanzinstituten und öffentlichen Stellen langfristig verankert werden.
Der Projektpartner DHP und das Epizentren-Konzept
Das Hunger Projekt Deutschland e.V. (DHP) mit Sitz in München setzt sich seit über 40 Jahren für die weltweite Bekämpfung von Hunger und Armut ein. Der lokale Partner, The Hunger Project Uganda, ist seit 1999 als lokale NGO registriert und verfolgt das Ziel, die Eigenständigkeit von Gemeinden im Kampf gegen Hunger und Armut zu fördern. Dafür wurde die sogenannte Epizentren-Strategie entwickelt, bei der sich bis zu 20.000 Menschen zu einer Gemeinschaft (Epizentrum) zusammenschließen, um eigenständig Maßnahmen zur Bewältigung von Hunger und Armut zu ergreifen. Mittlerweile sind die Epizentren fest in den Gemeinden verankert, dienen als lokale Struktur der Förderung ländlicher Gemeinschaft und werden eigenverantwortlich geführt.
Die beiden Partner haben das Projekt AGRIBUSINESS- Akademien gemeinsam entwickelt. Der Lösungsansatz verbindet Schulungen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Methoden mit der Professionalisierung des Sektors durch unternehmerische Bildung und der Vernetzung der Absolventen mit lokalen wirtschaftlichen und politischen Strukturen durch die Epizentren. Dabei wird auf bewährte Ansätze und Erfahrungen des lokalen Partners aufgebaut. Die Nutzung bestehender Strukturen sichert zudem einen effizienten Ressourceneinsatz.
Das Projekt wird hauptsächlich vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Ergänzend unterstützt die LL-Stiftung diese Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung junger Menschen im landwirtschaftlichen Sektor in Uganda.

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Erfolgreiche Unternehmensgründungen und Multiplikator-Effekt
Die Projektteilnehmenden setzen ihre neuen Kompetenzen inzwischen praktisch um. In 39 unternehmerischen Gruppen entwickeln und vermarkten sie unter anderem verarbeitete Lebensmittel und weitere Agrarprodukte. Gruppen wurden formal registriert, eröffneten Bankkonten, gründeten Spar- und Kreditgemeinschaften und erzielten erste Einnahmen aus ihren Produkten. Messen, Lernbesuche, Mentoring und Radio-Talkshows erhöhen zusätzlich ihre Sichtbarkeit und verbessern ihre Vernetzung zu Unternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Stellen. Der Ansatz soll langfristig über die bestehenden Epizentren und die Einbindung lokaler Behörden weitergeführt und perspektivisch auch auf weitere Regionen übertragen werden.
