Inlandsförderung: Stuttgart Bad Cannstatt

ANNA for Future

Berufsvorbereitung und Ausbildung bietet das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM). Die Teilnehmenden – chancenarme Jugendliche, oft mit Migrationshintergrund – haben unter der Isolation in der Pandemie stark gelitten. Sozialpädagogische und psychologische Unterstützung soll ihnen helfen, Defizite auszugleichen und Selbstvertrauen und Sozialkompetenzen aufzubauen, damit sie die Bildungsmaßnahmen durchhalten und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. 

Das aktuelle Projekt ist die fünfte Förderkooperation der Louis Leitz Stiftung mit der Bildungsstätte des AHM, die Zusammenarbeit besteht seit 2003.

Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt ANNA for Future?

„Ziel dieser, wie auch der vorhergehenden Projektkooperationen mit der Anna Haag Bildungsstätte ist die Integration von Menschen durch berufliche Bildung als Voraussetzung für die individuelle Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe. Wieder fördern mehrere Stuttgarter Stiftungen gemeinsam ein Projekt, das wachsender Benachteiligung und damit auch gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirkt. Dabei greift das AHM auf die Erfahrungen und Erkenntnisse der Vorgängerprojekte (zuletzt MIGRA) zurück, die darauf angelegt waren, in die Strukturen der Bildungsstätte überzugehen. Auch dieses Projekt beinhaltet die digitale Erfassung der Ergebnisse und Schulungen der Mitarbeitenden, die den Wissenstransfer im Team und damit institutionelle Nachhaltigkeit gewährleisten.“

Christoph Glatzel
Projektpate ANNA for Future

Weitere Informationen unter https://www.annahaaghaus.de/ueberblick-bildungsstaette/

Nachwirkungen der COVID-Pandemie gefährden Zugang zum ersten Arbeitsmarkt

Der Teilnehmerkreis des Projekts ANNA for Future sind chancenarme Jugendliche, die in unserem Bildungssystem nach wie vor benachteiligt sind. Sie haben eine Förderschule besucht oder die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen und nehmen an einer der beruflichen Bildungsmaßnahmen teil, die das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM) in Stuttgart Bad Cannstatt anbietet.

Aufgrund ihrer jeweils ganz individuellen Probleme und Defizite fällt es ihnen schwer, ihre eigenen Stärken zu sehen und persönliche Perspektiven zu entwickeln. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben bei vielen Jugendlichen negative Nachwirkungen erzeugt – bei der Zielgruppe der Bildungsstätte des AHM wird es besonders deutlich: Die Pandemie wirkte wie ein Verstärker, der die ohnehin vorhandene Benachteiligung potenziert hat. Das zeigt sich auch an der Abbruchquote, die seit der Pandemie deutlich höher liegt als davor.

Home Teaching hinterlässt schulische Lücken und Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung

Erschwerter Zugang zum Home-Teaching aufgrund von beengten Wohnverhältnissen und mangelnder digitaler Ausstattung haben bei den Teilnehmenden der AHM-Bildungsangebote schulische Lücken hinterlassen. Auch die Angebote zur beruflichen Orientierung haben gefehlt. Zusätzlich führten der Mangel an Tagesstrukturen, sozialen Kontakten und fehlende Freizeitangebote bei den Jugendlichen zu starker psychischer Belastung. Insgesamt zeigt sich, dass durch die „Coronazeit“ deutliche Defizite in der persönlichen Entwicklung und beim Aufbau sozialer Kompetenzen entstanden sind, während Zukunftsängste zunehmen. Dadurch fällt es vielen von ihnen schwer, beruflichen Perspektiven zu sehen und zu verfolgen.

Ein ganzheitlicher Ansatz kombiniert sozialpädagogische und psychologische Betreuung

ANNA for Future fördert die Jugendlichen in mehreren Dimensionen. Dazu gehören die Stabilisierung der Persönlichkeit durch psychosoziale Begleitung in individuellen und Gruppenangeboten, die Förderung der Sozialkompetenz durch geeignete Trainings (Selbstbehauptung, Konfliktlösung, Anti-Aggression) und ein verbesserter Zugang zu aktivierenden Freizeitaktivitäten.

Vertiefte Maßnahmen zur Berufsorientierung und Trainings zur Verbesserung von Durchhaltevermögen, Tagesstruktur und Umgang mit Krisen sollen die Jugendlichen bei ihrer erfolgreichen Berufswegeplanung unterstützen. Schließlich sollen intensive Bewerbungstrainings, eine gezielte Unterstützung von Jugendlichen und Betrieben im Einstellungsverfahren und intensive Nachbetreuung dazu beitragen, dass die 150 Teilnehmenden des dreijährigen Projekts sich erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt platzieren können. In der Zusammenarbeit mit der Kommune wurden große Erfolge erzielt.

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