Auslandsförderung: bURKINA fASO

BIOGAS-Schulungen

Durch Schulungen zur Errichtung von BIOGAS-Anlagen, zur Herstellung von gasbetriebenen Kochgelegenheiten sowie zur Vermarktung der Anlagen und des Biogases profitieren binnengeflüchtete Jugendliche und ihre Familien im Umfeld des Projekts Kinderhaus Burkina Faso. Die Verwendung von Biogas zum Kochen hat gesundheitliche, soziale und ökologische Vorteile. Auch die Verwendung von Biogas in der Landwirtschaft (für Wasserpumpen) wird getestet, die Voraussetzungen für Einsatzmöglichkeiten in Kleinbetrieben wie z.B. Bäckereien sollen im nächsten Schritt geprüft werden. Die Förderung des Projekts von 2025-2027 erfolgt aus dem „Stiftungsfonds Afrika“.

Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt BIOGAS-Schulungen?

„2023 hat die LL-Stiftung die dem Kinderhaus Burkina Faso angeschlossene Berufsschule erstmals unterstützt. Aufgrund dieser positiven Erfahrung und wegen des umsichtig durchdachten Konzepts wird das aktuelle Projekt mehrjährig gefödert. Neben den Bildungs- und Erwerbsmöglichkeiten für junge Menschen hat das Projekt vielfältigen sozialen und ökologischen Zusatznutzen. Die Projektmanagerin ist in Deutschland wie in in ihrem Heimatland Burkina Faso fachlich gut vernetzt, was der wirksamen und nachhaltigen Umsetzung dieses Pilotvorhabens zugute kommt.“

Marion Hinte, Stiftungsreferentin
Projektbegleitung BIOGAS-Anlagen

Weitere Informationen unter hhttps://www.neia-ev.de/burkina-kinderhaus/.

Das Kochen mit Holz gefährdet die Gesundheit der Familien, die Sicherheit der Frauen und den Waldbestand

In Burkina Faso ist das Kochen traditionell nur Frauen und Mädchen vorbehalten. Neben der Zubereitung von Nahrungsmitteln für ihrer Kinder und Familien müssen sich die Frauen, die hauptsächlich mit Holz kochen, jeden Tag viel Zeit und und Kraft aufwenden, um das Holz zu holen und zu spalten. Seit Beginn der Sicherheitskrise im Jahr 2015 sind die Wälder, in denen Frauen Holz suchen können, aber immer gefährlicher geworden, weil sie oft von Terror-Milizen besetzt sind, die dort Zuflucht suchen. Schließlich ist das Kochen mit festen Brennstoffen gesundheitsschädlich, der Rauch schädigt die Atemwege der Frauen und ihrer Kinder, die sich bei den Kochstellen aufhalten.

Zielgruppe sind die Ärmsten der Armen

Die Association Burkina Faso Kinderhaus wurde im Jahr 2018 als burkinischer Verein zur Unterstützung von Familien, insbesondere von Müttern bei der Kinderbetreuung in Dedougou, Burkina Faso, gegründet. Der Verein hat u.a. ein Schulzentrum mit Grund- und Berufsschule aufgebaut und den Anwohnenden damit Zugang zu Bildung ermöglicht. Mit der zunehmenden Sicherheitskrise im Land und den steigenden von geflüchteten und binnenvertriebenen Familien setzt sich der Verein zudem für die Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Menschen ein, die häufig in sehr schwierigen Situationen leben und nach ihrer Flucht komplett von humanitärer Unterstützung abhängig sind: Binnenflüchtlinge in einem der ärmsten Länder der Welt. Es wurden Kooperativen gegründet, in denen Frauen die Möglichkeit erhalten, Lebensmittel anzubauen und zu verarbeiten. Die Kinder und Jugendlichen werden nach Möglichkeit in die Schulen von Burkina Kinderhaus aufgenommen.

Im ländlichen Afrika hat Biogas viele Vorteile

Biogas hat viele Vorteile für ländliche Gebiete in Afrika, wo Zugang zu Elektrizität oft nicht gegeben ist. Durch Kochen mit Biogas verbessert sich die gesundheitliche Situation der Familien und die Sicherheit der Mädchen und Frauen, die traditionell mit Holz kochen und das Sammeln von Feuerholz übernehmen. Auch der für den Klimaschutz wichtige Forstbestand wird geschont. In Biogasanlagen wird zudem organischer Dünger produziert, der die Landwirtschaft ökologisch nachhaltiger macht und Kosten für den Einsatz von chemischem Dünger reduziert.

Berufliche und wirtschaftliche Perspektiven durch Biogas

Durch Aufträge zum Bau von Biogasanlagen, durch die Fertigung und den Verkauf von Gas-Kochstellen und durch die Produktion und den Verkauf des Biogases selbst, das in Säcken gespeichert und transportiert werden kann, entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommensquellen für junge Menschen, die ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen und ihnen ermöglichen, ihre Familien zu unterstützen.

Technische Weiterentwicklungen, z.B. für den Einsatz von Biogas in Pumpen für die Landwirtschaft und in Kleinbetrieben, können die wirtschaftlichen Geschäftsfelder noch erweitern.

Biogas-Nutzung wird in Dedougou etabliert und ein Ausbildungsgang wird eingerichtet

20 Teilnehmende (Jugendliche und Müttern) aus den umliegenden Dörfern des Burkina Kinderhauses in Dedougou haben unter fachlicher Anleitung eine größere Biogasanlage bei der Farm und eine kleinere Anlage in der Nähe der Berufsschule errichtet. Die Frauen betreiben die größere Anlage, nutzen das Gas mittels angeschlossener Kochstellen zum Kochen und den Dünger auf ihren Feldern. Ein Ausbildungsleitfaden für Biogasanlagen wird während der Testphase erstellt, der für einjährige Schulungen im Ausbildungszentrum zur Verfügung steht. 20 Jugendliche können dort jährlich ausgebildet werden, dafür steht die kleinere Anlage zur Verfügung, die auch Biogas zum Kochen in der Schulkantine liefert. Nachdem Speichermedien (Säcke) gekauft wurden, kann das Biogas aus der größeren Anlage auch in der Kita des Kinderhauses zum Kochen genutzt werden, zudem wird der Verkauf von Biogas als neues Geschäftsfeld möglich.

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Erwerbsmöglichkeiten eröffnen sich und neue Geschäftsfelder werden entwickelt

Ein zusätzlich eingerichteter Kurs in Metallbearbeitung befähigt die teilnehmenden Jugenlichen, selbst Kochstellen zu fertigen, die ergänzend zum Anlagenbau und Biogasverkauf vertrieben werden können. Für die Vermarktung wurde ein Ladengeschäft mit Lagermöglichkeiten in Dedougou eröffnet, die Jugendlichen sind aber auch auf den umliegenden Märkten mit Erfolg aktiv. Der Betrieb von Wasserpumpen mit Biogas wurde bereits getestet, die Auslegung von Biogasanlagen für den Einsatz in Kleinbetrieben sowie die Entwicklung von größeren Speichermedien ist in Planung. Dieses Projekt wird hauptsächlich durch die Förderung der LL-Stiftung finanziert, die dafür Mittel aus dem „Stiftungsfonds Afrika“ einsetzt.

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