Zukunft stiften durch Bildung | Ausbildung | Arbeit 

 

Welche Rolle spielen Masken?
Unser Neujahrsgruß 2021


Liebe Partner und Freunde der LL-Stiftung,
liebe Stifterfamilie,

Mund-Nasen-Bedeckungen zu tragen wurde im vergangenen Jahr auch zur Voraussetzung für Bildungsprojekte, die nicht digital stattfinden können. Ein Beispiel dafür sind die Schulungen in der Holzwerkstatt des interkulturellen "Makerspace" Habibi. Works in Nordgriechenland, die im Sommer 2020 durch eine kleinere LLS-Förderung durchgeführt wurden. Geflüchtete und Anwohner haben hier die Möglichkeit, gemeinschaftlich zu lernen, ihr Können anzuwenden und zu teilen. Ziel ist es, den Menschen nach Jahren der Flucht wieder Selbstbestimmung zu ermöglichen und eine Plattform für Austausch und Begegnung zu schaffen.

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In Bosnien spielte die Herstellung von Stoffmasken eine besondere Rolle: Im Schutzhaus Medica Zenica erhalten Frauen psychosoziale Betreuung und nehmen an beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen teil. Teilnehmerinnen, auch Ehemalige, haben seit März in der Schneiderei Masken hergestellt, die vor Ort genutzt und noch acht weiteren Schutzhäusern zur Verfügung gestellt wurden. Auch außerhalb des Schutzhauses haben Absolventinnen Tausende von Masken genäht und damit die Menschen in ihrem Umfeld versorgt, was ihnen Anerkennung für ihre Fähigkeiten einbringt: "Our citizens see and recognize their value and the importance of their skills to protect themselves, their families, neighbours and communities" stellt Dr. Sabiha Husic, die Leiterin des Schutzhauses, fest. "An extremely good result of our project!".

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Masken, Flüssigseife und Tippy Taps für Togo. Die Mikrokreditnehmer des KOPEME Sozialunternehmens mussten schnellstmöglich damit versorgt werden. Von Mitgliedern unseres Projektpartners, die dadurch während des Lockdowns ein kleines Einkommen erzielen konnten, wurden Masken und Seife samt Waschgelegenheiten ("Tippy Taps") hergestellt. Mehr als 10.000 Menschen konnten mit COVID-19 Präventionskits versorgt werden. Darüber hinaus akquirierte KOPEME Aufträge der Provinzregierung Vo zur Herstellung von Masken und zur Aufstellung von Waschgelegenheiten für die Abschlussprüfungen von 17.000 Schülern. Ein sowohl kommerzieller, als auch ideeller, mit einer Auszeichnung verbundener Erfolg, der half, an den ökonomischen Herausforderungen durch die Pandemie nicht zu verzweifeln.

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Andere Welten erleben, im Theaterspiel in Stuttgart, die SchülerInnen der Johannes-Kullen-Schule für Erziehungshilfe dank Masken, Handpuppen, Figuren oder Kostümen. In der Projektkooperation KOBA mit dem FITZ! Figurentheater (aus der die Szene ganz oben in unserem Newsletter stammt), wurden beeindruckende Erfahrungen gemacht: "Die Kinder können plötzlich flexibel agieren, sich mit kleinsten Gesten verständigen und eigene (Spiel-)Wünsche zu Gunsten anderer zurückstellen – sobald der Sprung in die Geschichte, als Puppenspieler oder Schauspieler geschafft ist", so eine Klassenlehrerin. Im Projekt KOMP!PASS wird dieser erfolgreichen Kooperation noch eine weitere Komponente hinzugefügt: Schülern der Abschlussklassen werden ihre Leistung und die erworbenen Fähigkeiten in einem Theater-Kompetenz-Pass dokumentiert, der auch bei Bewerbungen verwendet werden kann.

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Theater-, musik- und tanzpädagogische Projekte leben von dem großen persönlichen Engagement der hier tätigen Künstler und Kulturschaffenden, die durch die Pandemie leider aktuell sehr zu kämpfen haben. Die Projekte erweitern die Ausdrucksmöglichkeiten der Teilnehmenden und fördern emotionale Nähe, gegenseitiges Verständnis und integrierende Gemeinschaft. So wirken sie nicht nur unmittelbar auf die Beteiligten, sondern tragen über das Publikum und die Medien ihre Wirkung in die Gesellschaft hinein. Wir hoffen daher, 2021 wieder langjährige und neue Partner mit unseren künstlerisch-kulturellen Anschubförderungen unterstützen und damit auch zum Fortbestand dieses gesellschaftlich wichtigen Bereichs beitragen zu können.

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Chancen eröffnen, das eigene Potential zu realisieren. Das ist das Ziel, das uns mit Ihnen, unseren Projektpartnern und -freunden verbindet. Ihnen allen, unserer großen Stifterfamilie, sowie allen weiteren Spendern und Unterstützern danken wir für die Wertschätzung, die Sie uns und unserer Arbeit entgegenbringen. Wir freuen uns auf weitere Kooperationen, um die Themen, die uns bewegen, gemeinsam anzugehen. Und auf inspirierende Begegnungen – digital oder mit Maske, und hoffentlich irgendwann auch wieder ohne!

Wir wünschen ein friedliches, frohes und gesundes Jahr verbunden mit viel Kreativität und Tatkraft für alle Pläne und Projekte!

 

          Ingrid Leitz und Margit Leitz                       Marion Hinte   
               (Stiftungsvorstand)                      (Stiftungsreferentin)                                       
                                        Louis Leitz Stiftung