Autor: Marion Hinte

  • LERNWERKSTATT (D)

    LERNWERKSTATT (D)

    Inlandsförderung: Stuttgart Weilimdoprf

    LERNWERKSTATT

    Einen innovativen Bildungsort finden neuzugewanderte Kinder und Jugendliche, die wenig oder keine Schulerfahrung mitbringen, in der LERNWERKSTATT. Die 11-14-jährigen „Seiteneinsteiger“ werden durch ein multiprofessionelles Team ganztägig begleitet. Intensive Sprachförderung und handlungsorientiertes Lernen in kleinen Lerngruppen in Verbindung mit sozialer und emotionaler Unterstützung und individueller Förderung sollen bis zu 60 SchülerInnen jährlich Türen öffnen für ihren weiteren Bildungsweg.

    In diesem auf fünf Jahre angelegte Pilotvorhaben werden wirksame Lernsettings entwickelt, die das reguläre Schulsystem nachhaltig verändern sollen.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt LERNWERKSTATT?

    „Das Thema Migration und Teilhabe wird noch viele Jahre relevant bleiben. Im deutschen Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt werden junge geflüchtete Menschen oft benachteiligt und haben aufgrund von sprachlichen oder anderen Barrieren nicht die gleichen Chancen wie andere Menschen ihrer Altersgruppe. Um diesem strukturellen Problem entgegenzuwirken braucht es innovative Lösungen und die Bereitschaft, den Status Quo zu verändern. Organisationen der Zivilgesellschaft arbeiten beim Projekt LERNWERKSTATT eng mit der Verwaltung der Stadt Stuttgart zusammen. Allein dieser Aspekt des Projekt ist vorbildlich. “

    Katharina Leitz
    Projektpatin LERNWERKSTATT

    Weitere Informationen unter https://www.stuttgart.de/leben/bildung/bildungsgerechtigkeit/

    Neuzugewanderte Jugendliche stehen vor vielfältigen Herausforderungen

    Junge Menschen, die teilweise auf der Flucht traumatische Erlebnisse durchlebt haben, haben es oft schwer, sich auf schulische Anforderungen zu konzentrieren. Zusätzlich konnten viele in ihren Heimatländern nicht oder nur eingeschränkt zur Schule gehen, sind können daher auch in ihrer Muttersprache nicht lesen und schreiben und müssen erst lernen, sich im Schulalltag zurechtzufinden. Sie haben auch aufgrund ihres Alters nur begrenzte Möglichkeiten, einen Abschluss zu erreichen. Damit eine Integration ins duetsche Bildungssystem möglich wird, benötigen sie sozio-emotionale Stabilisierung, intensives Sprachtraining und eine grundlegende Einführung in das schulische Lernen.

    Das pädagogische Konzept: ein geschützter, durchlässiger Bildungsort mit kleinen Lerngruppen

    In vier Lerngruppen können die Jugendlichen Grundkompetenzen erwerben und entsprechend ihrem Förderbedarf unterstützt werden. Die Lernwerkstatt bietet ihnen klare Struktur und Orientierung, aber auch ein Übungsfeld für den regelmäßigen Schulbesuch. Mulitprofessionalle Teams aus LehrerInnen, Sozial-, Kunst- und Sportpädagogen bieten individuelle Begleitung und unterstützen zielgerecht. Spracherwerb, das Erlernen von Schlüsselkompetenzen und Integration werden nicht nur durch schulische Angebote, sondern auch durch außerschulische Aktivitäten gefördert, die ggf. in den Sozialraum (Jugendhäuser, Bibiliotheken, Vereine etc.) hinausführen. Gemeinsame Mahlzeiten, die auch Einsatz beim Zubereiten und Anrichten erfordern und gezielte Elternarbeit runden das Ganztagsangebot ab.

    Individuelle Begleitung durch Mentoring in digitalen Tandems

    Die Fördermittel der LL-Stiftung werden für den Bereich Individuelle Begleitung und Förderung eingesetzt. Dazu werden u.a. MentorInnen eingesetzt, die ihre Mentees 1:1 digital begleiten. Dieser Baustein ist in den Schulalltag integriert und findet während der Schulzeit statt. Mit der KinderHelden gGmbH, die das Mentoring verantwortet und organisiert, haben wir bereits langjährige, gute Erfahrungen gemacht.
    Das Modellprojekt LERNWERKSTATT ist ein Kooperationsprojekt der mehrerer Stuttgarter Behörden, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V., der Vector Informatik GmbH, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, mehreren Stiftungen und anderen Förderern, das im Arbeitskreis Bildungschancen des Stiftungsnetzwerks Region Stuttgart vorgestellt wurde.

    Spenden wirken sofort!

    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

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  • BERUFSBILDUNG_Integration (D)

    BERUFSBILDUNG_Integration (D)

    Inlandsförderung: Kassel

    BERUFSBILDUNG als Schlüssel zur Integration

    Unter dem Motto „Fuß fassen durch Bildungserfolg“ unterstützen sozialpädagogische Fachkräfte sowie ehrenamtliche Mentoren und Mentorinnen Jugendliche mit Migrationshintergrund dabei, schulische, sprachliche und integrative Schwierigkeiten zu bewältigen.

    Ein neuer Bereich kommt jetzt dazu: Bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen, Ausbildungsplätze zu finden und Abbrüche zu verringern – dafür bekommt SELF eine Förderung des Landes Hessen, für die eigene Mittel in gleicher Höhe erforderlich sind, zu denen die Ko-Finanzierung der Louis Leitz Stiftung beiträgt.

    SELF Kassel e.V. war in seiner Entstehung 2009 ein Anschubprojekt der Louis Leitz Stiftung und wurde 2020-23 nochmals gefördert.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt BERUFSBILDUNG als Schlüssel zur Integration?

    Aufgrund sprachlicher und sozioökonomischer Hürden haben viele Jugendliche mit Mitgrationshintergrund Schwierigkeiten, den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erfolgreich zu meistern. „SELF“ steht für Selbstbestimmt, Engagiert, Lernen und Fördern“ auf der Basis von Beziehungsaufbau und Vertrauen. Unter diesem Motto von sollen nun auch frühzeitige Berufsorientierung, kontinuierliche Unterstützung und Hilfe bei der Verbesserung der (Sprach-)Kompetenzen angeboten werden – ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen Integration.

    Ute Leitz
    Projektpatin BERUFSBILDUNG_Integration

    Weitere Informationen unter https://www.self-kassel.de/

    Das deutsche Bildungssystem baut auf Unterstützung aus dem Elternhaus

    Wenn Familien eigene Erfahrungen mit dem deutschen Ausbildungssystem und Wissen über das Duale System fehlen, fällt es vielen Jugendlichen schwer, den Übergang in Ausbildung und Beruf erfolgreich zu meistern. Ein Mangel an positiven Vorbildern kommt oft erschwerend hinzu. Die Folgen sind hohe Abbruchquoten in Ausbildungen und zahlreiche unbesetzte Ausbildungsstellen, während viele junge Menschen ohne Perspektive bleiben.

    Herausforderungen frühzeitig erkennen und durch gezielte Begleitung erfolgreich bewältigen

    Wir unterstützen seit vielen Jahren Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Vorbereitung auf ihren Schulabschluss. Dabei arbeiten wir sowohl in Kleingruppen als auch mit individuellen Hilfestellungen und betreuen in der Regel über längere Zeiträume. Das dabei aufgebaute Vertrauensverhältnis zu Ehemaligen, von denen sich einige als MentorInnen einsetzen und den aktuellen Teilnehmenden nutzen wir gezielt.

    Vernetzung mit Akteuren vor Ort, um gemeinsam berufliche Perspektiven zu eröffnen und dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken

    Bestehende Kontakte zu (berufliche) Schulen und kommunalen Institutionen werden im Rahmen des Projektes ausgebaut. Kontakte zu Unternehmen, der Agentur für Arbeit, den Kammern und Innungen werden geknüpft. So können realistisch mögliche Berufsbilder vorgestellt und ggf. durch Betriebskontakte verdeutlicht werden. Im Rahmen des Projekts werden Strukturen und Konzepte erarbeitet, die auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden können. Das gilt besonds für die Öffnung des Kernlehrangebots (Mathematik, Deutsch, Englisch) für Auszubildene.

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  • BIOGAS-Schulungen

    BIOGAS-Schulungen

    Auslandsförderung: bURKINA fASO

    BIOGAS-Schulungen

    Durch Schulungen zur Errichtung von BIOGAS-Anlagen, zur Herstellung von gasbetriebenen Kochgelegenheiten sowie zur Vermarktung der Anlagen und des Biogases profitieren binnengeflüchtete Jugendliche und ihre Familien im Umfeld des Projekts Kinderhaus Burkina Faso. Die Verwendung von Biogas zum Kochen hat gesundheitliche, soziale und ökologische Vorteile. Auch die Verwendung von Biogas in der Landwirtschaft (für Wasserpumpen) wird getestet, die Voraussetzungen für Einsatzmöglichkeiten in Kleinbetrieben wie z.B. Bäckereien sollen im nächsten Schritt geprüft werden. Die Förderung des Projekts von 2025-2027 erfolgt aus dem „Stiftungsfonds Afrika“.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt BIOGAS-Schulungen?

    „2023 hat die LL-Stiftung die dem Kinderhaus Burkina Faso angeschlossene Berufsschule erstmals unterstützt. Aufgrund dieser positiven Erfahrung und wegen des umsichtig durchdachten Konzepts wird das aktuelle Projekt mehrjährig gefödert. Neben den Bildungs- und Erwerbsmöglichkeiten für junge Menschen hat das Projekt vielfältigen sozialen und ökologischen Zusatznutzen. Die Projektmanagerin ist in Deutschland wie in in ihrem Heimatland Burkina Faso fachlich gut vernetzt, was der wirksamen und nachhaltigen Umsetzung dieses Pilotvorhabens zugute kommt.“

    Marion Hinte, Stiftungsreferentin
    Projektbegleitung BIOGAS-Anlagen

    Weitere Informationen unter hhttps://www.neia-ev.de/burkina-kinderhaus/.

    Das Kochen mit Holz gefährdet die Gesundheit der Familien, die Sicherheit der Frauen und den Waldbestand

    In Burkina Faso ist das Kochen traditionell nur Frauen und Mädchen vorbehalten. Neben der Zubereitung von Nahrungsmitteln für ihrer Kinder und Familien müssen sich die Frauen, die hauptsächlich mit Holz kochen, jeden Tag viel Zeit und und Kraft aufwenden, um das Holz zu holen und zu spalten. Seit Beginn der Sicherheitskrise im Jahr 2015 sind die Wälder, in denen Frauen Holz suchen können, aber immer gefährlicher geworden, weil sie oft von Terror-Milizen besetzt sind, die dort Zuflucht suchen. Schließlich ist das Kochen mit festen Brennstoffen gesundheitsschädlich, der Rauch schädigt die Atemwege der Frauen und ihrer Kinder, die sich bei den Kochstellen aufhalten.

    Zielgruppe sind die Ärmsten der Armen

    Die Association Burkina Faso Kinderhaus wurde im Jahr 2018 als burkinischer Verein zur Unterstützung von Familien, insbesondere von Müttern bei der Kinderbetreuung in Dedougou, Burkina Faso, gegründet. Der Verein hat u.a. ein Schulzentrum mit Grund- und Berufsschule aufgebaut und den Anwohnenden damit Zugang zu Bildung ermöglicht. Mit der zunehmenden Sicherheitskrise im Land und den steigenden von geflüchteten und binnenvertriebenen Familien setzt sich der Verein zudem für die Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Menschen ein, die häufig in sehr schwierigen Situationen leben und nach ihrer Flucht komplett von humanitärer Unterstützung abhängig sind: Binnenflüchtlinge in einem der ärmsten Länder der Welt. Es wurden Kooperativen gegründet, in denen Frauen die Möglichkeit erhalten, Lebensmittel anzubauen und zu verarbeiten. Die Kinder und Jugendlichen werden nach Möglichkeit in die Schulen von Burkina Kinderhaus aufgenommen.

    Im ländlichen Afrika hat Biogas viele Vorteile

    Biogas hat viele Vorteile für ländliche Gebiete in Afrika, wo Zugang zu Elektrizität oft nicht gegeben ist. Durch Kochen mit Biogas verbessert sich die gesundheitliche Situation der Familien und die Sicherheit der Mädchen und Frauen, die traditionell mit Holz kochen und das Sammeln von Feuerholz übernehmen. Auch der für den Klimaschutz wichtige Forstbestand wird geschont. In Biogasanlagen wird zudem organischer Dünger produziert, der die Landwirtschaft ökologisch nachhaltiger macht und Kosten für den Einsatz von chemischem Dünger reduziert.

    Berufliche und wirtschaftliche Perspektiven durch Biogas

    Durch Aufträge zum Bau von Biogasanlagen, durch die Fertigung und den Verkauf von Gas-Kochstellen und durch die Produktion und den Verkauf des Biogases selbst, das in Säcken gespeichert und transportiert werden kann, entstehen Beschäftigungsmöglichkeiten und Einkommensquellen für junge Menschen, die ihnen Zukunftsperspektiven eröffnen und ihnen ermöglichen, ihre Familien zu unterstützen.

    Technische Weiterentwicklungen, z.B. für den Einsatz von Biogas in Pumpen für die Landwirtschaft und in Kleinbetrieben, können die wirtschaftlichen Geschäftsfelder noch erweitern.

    Biogas-Nutzung wird in Dedougou etabliert und ein Ausbildungsgang wird eingerichtet

    20 Teilnehmende (Jugendliche und Müttern) aus den umliegenden Dörfern des Burkina Kinderhauses in Dedougou haben unter fachlicher Anleitung eine größere Biogasanlage bei der Farm und eine kleinere Anlage in der Nähe der Berufsschule errichtet. Die Frauen betreiben die größere Anlage, nutzen das Gas mittels angeschlossener Kochstellen zum Kochen und den Dünger auf ihren Feldern. Ein Ausbildungsleitfaden für Biogasanlagen wird während der Testphase erstellt, der für einjährige Schulungen im Ausbildungszentrum zur Verfügung steht. 20 Jugendliche können dort jährlich ausgebildet werden, dafür steht die kleinere Anlage zur Verfügung, die auch Biogas zum Kochen in der Schulkantine liefert. Nachdem Speichermedien (Säcke) gekauft wurden, kann das Biogas aus der größeren Anlage auch in der Kita des Kinderhauses zum Kochen genutzt werden, zudem wird der Verkauf von Biogas als neues Geschäftsfeld möglich.

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    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

    Erwerbsmöglichkeiten eröffnen sich und neue Geschäftsfelder werden entwickelt

    Ein zusätzlich eingerichteter Kurs in Metallbearbeitung befähigt die teilnehmenden Jugenlichen, selbst Kochstellen zu fertigen, die ergänzend zum Anlagenbau und Biogasverkauf vertrieben werden können. Für die Vermarktung wurde ein Ladengeschäft mit Lagermöglichkeiten in Dedougou eröffnet, die Jugendlichen sind aber auch auf den umliegenden Märkten mit Erfolg aktiv. Der Betrieb von Wasserpumpen mit Biogas wurde bereits getestet, die Auslegung von Biogasanlagen für den Einsatz in Kleinbetrieben sowie die Entwicklung von größeren Speichermedien ist in Planung. Dieses Projekt wird hauptsächlich durch die Förderung der LL-Stiftung finanziert, die dafür Mittel aus dem „Stiftungsfonds Afrika“ einsetzt.

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  • ANNA for Future (D)

    ANNA for Future (D)

    Inlandsförderung: Stuttgart Bad Cannstatt

    ANNA for Future

    Berufsvorbereitung und Ausbildung bietet das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM). Die Teilnehmenden – chancenarme Jugendliche, oft mit Migrationshintergrund – haben unter der Isolation in der Pandemie stark gelitten. Sozialpädagogische und psychologische Unterstützung soll ihnen helfen, Defizite auszugleichen und Selbstvertrauen und Sozialkompetenzen aufzubauen, damit sie die Bildungsmaßnahmen durchhalten und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. 

    Das aktuelle Projekt ist die fünfte Förderkooperation der Louis Leitz Stiftung mit der Bildungsstätte des AHM, die Zusammenarbeit besteht seit 2003.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt ANNA for Future?

    „Ziel dieser, wie auch der vorhergehenden Projektkooperationen mit der Anna Haag Bildungsstätte ist die Integration von Menschen durch berufliche Bildung als Voraussetzung für die individuelle Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe. Wieder fördern mehrere Stuttgarter Stiftungen gemeinsam ein Projekt, das wachsender Benachteiligung und damit auch gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirkt. Dabei greift das AHM auf die Erfahrungen und Erkenntnisse der Vorgängerprojekte (zuletzt MIGRA) zurück, die darauf angelegt waren, in die Strukturen der Bildungsstätte überzugehen. Auch dieses Projekt beinhaltet die digitale Erfassung der Ergebnisse und Schulungen der Mitarbeitenden, die den Wissenstransfer im Team und damit institutionelle Nachhaltigkeit gewährleisten.“

    Christoph Glatzel
    Projektpate ANNA for Future

    Weitere Informationen unter https://www.annahaaghaus.de/ueberblick-bildungsstaette/

    Nachwirkungen der COVID-Pandemie gefährden Zugang zum ersten Arbeitsmarkt

    Der Teilnehmerkreis des Projekts ANNA for Future sind chancenarme Jugendliche, die in unserem Bildungssystem nach wie vor benachteiligt sind. Sie haben eine Förderschule besucht oder die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen und nehmen an einer der beruflichen Bildungsmaßnahmen teil, die das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM) in Stuttgart Bad Cannstatt anbietet.

    Aufgrund ihrer jeweils ganz individuellen Probleme und Defizite fällt es ihnen schwer, ihre eigenen Stärken zu sehen und persönliche Perspektiven zu entwickeln. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben bei vielen Jugendlichen negative Nachwirkungen erzeugt – bei der Zielgruppe der Bildungsstätte des AHM wird es besonders deutlich: Die Pandemie wirkte wie ein Verstärker, der die ohnehin vorhandene Benachteiligung potenziert hat. Das zeigt sich auch an der Abbruchquote, die seit der Pandemie deutlich höher liegt als davor.

    Home Teaching hinterlässt schulische Lücken und Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung

    Erschwerter Zugang zum Home-Teaching aufgrund von beengten Wohnverhältnissen und mangelnder digitaler Ausstattung haben bei den Teilnehmenden der AHM-Bildungsangebote schulische Lücken hinterlassen. Auch die Angebote zur beruflichen Orientierung haben gefehlt. Zusätzlich führten der Mangel an Tagesstrukturen, sozialen Kontakten und fehlende Freizeitangebote bei den Jugendlichen zu starker psychischer Belastung. Insgesamt zeigt sich, dass durch die „Coronazeit“ deutliche Defizite in der persönlichen Entwicklung und beim Aufbau sozialer Kompetenzen entstanden sind, während Zukunftsängste zunehmen. Dadurch fällt es vielen von ihnen schwer, beruflichen Perspektiven zu sehen und zu verfolgen.

    Ein ganzheitlicher Ansatz kombiniert sozialpädagogische und psychologische Betreuung

    ANNA for Future fördert die Jugendlichen in mehreren Dimensionen. Dazu gehören die Stabilisierung der Persönlichkeit durch psychosoziale Begleitung in individuellen und Gruppenangeboten, die Förderung der Sozialkompetenz durch geeignete Trainings (Selbstbehauptung, Konfliktlösung, Anti-Aggression) und ein verbesserter Zugang zu aktivierenden Freizeitaktivitäten.

    Vertiefte Maßnahmen zur Berufsorientierung und Trainings zur Verbesserung von Durchhaltevermögen, Tagesstruktur und Umgang mit Krisen sollen die Jugendlichen bei ihrer erfolgreichen Berufswegeplanung unterstützen. Schließlich sollen intensive Bewerbungstrainings, eine gezielte Unterstützung von Jugendlichen und Betrieben im Einstellungsverfahren und intensive Nachbetreuung dazu beitragen, dass die 150 Teilnehmenden des dreijährigen Projekts sich erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt platzieren können. In der Zusammenarbeit mit der Kommune wurden große Erfolge erzielt.

    Spenden wirken sofort!

    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

    Zweimal jährlich Infos zur LL-Stiftung, den Förderprojekten und Projektpartnern erhalten.

  • AGRIBUSINESS Akademien (EAT)

    AGRIBUSINESS Akademien (EAT)

    Auslandsförderung: Uganda

    AGRIBUSINESS-Akademien

    In Uganda ist die Landwirtschaft insbesondere in ländlichen Regionen für 72% der Bevölkerung eine wichtige Lebens- und Einkommensgrundlage. Gleichzeitig fehlen gerade jungen Menschen stabile und ausreichend einkommensschaffende Beschäftigungsmöglichkeiten.

    Drei AGRIBUSINESS-Akademien (mit speziell entwickelten Ausbildungs-, Mentoring- und Vernetzungsprogrammen) stärken mehr als 1.200 junge Menschen in Zentral- und Ostuganda darin, Landwirtschaft unternehmerisch zu betreiben und Einkommen entlang dieser Wertschöpfungskette zu erwirtschaften. Sie vermitteln praktische und betriebswirtschaftliche Kompetenzen und vernetzen die AbsolventInnen mit lokalen Behörden, Finanzdienstleistern, Unternehmen und Märkten.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt AGRIBUSINESS- Akademien?

    „AGRIBUSINESS-Akademien schaffen Perspektiven für die mehrheitlich junge Bevölkerung in Uganda, die mit einer extrem hohen Arbeitslosigkeit zu kämpfen hat. Im ländlichen Raum liegt ein immenses Potential, jungen Menschen neue Berufsfelder im Agrarbereich aufzuzeigen, die sie entsprechend ihrer eigenen Interessen und den Bedarfen im Umfeld mit Kreativität entwickeln und ausgestalten können. Unternehmerisches Lernen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette eröffnet nicht nur Einkommensmöglichkeiten, sondern hilft auch, das Berufsfeld Landwirtschaft mehr wertzuschätzen und ländliche Ressourcen durch klimaangepasste Bewirtschaftung zu erhalten und vielfältig zu nutzen.
    Agribusiness-Akademien stiften Zukunft, sie sind in lokale Strukturen eingebunden und wirken nachhaltig – und entsprechen damit vollumfänglich dem Stiftungszweck der LL-Stiftung.“

    Ingrid Leitz
    Projektpatin AGRIBUSINESS-Akademien

    Weitere Informationen unter https://das-hunger-projekt.de/project/uganda/.

    Das Potenzial des landwirtschaftlichen Sektors erschließen

    Trotz des großen Potenzials des Agrarsektors zeigen viele junge Menschen wenig Interesse an landwirtschaftlichen Berufen, die oft als einkommensschwach gelten und keinen hohen sozialen Status besitzen. Kleinbäuerinnen und -bauern und Agrarunternehmen haben zudem begrenzten Zugang zu Märkten und Finanzmitteln, was ihre Entwicklungsmöglichkeiten einschränkt. Insbesondere Frauen sind im Agrarsektor mit zusätzlichen Herausforderungen konfrontiert: Sie haben schlechteren Zugang zu Wissen, Fertigkeiten, Netzwerken und Finanzdienstleistungen, auußerdem erschweren traditionelle Vorstellungen und fehlende Sicherheiten wie Landbesitz ihre Situation.

    Die Projektumsetzung erfolgt in drei Distrikten Ugandas, für die sich jeweils spezifische Herausforderungen stellen, wie etwa Ernährungsunsicherheit in Iganga, Abhängigkeit von Subsistenzlandwirtschaft in Butambala und die Notwendigkeit zur Vergrößerung landwirtschaftlicher Betriebe in Wakiso.

    Einkommensmöglichkeiten für junge Menschen in der Landwirtschaft schaffen

    Uganda ist mit einer enorm hohen Jugendarbeitslosigkeit von 70% konfrontiert, obwohl 72% der Bevölkerung ihren Lebensunterhalt in der Landwirtschaft verdienen. Ziel ist daher, die Fähigkeiten und Möglichkeiten junger Menschen als Agribusiness-UnternehmerInnen zu fördern. 1.200 Teilnehmende im Alter von 18-35 Jahren, davon 50% Frauen, sollen über die dreijährige Projektlaufzeit erreicht werden. Diese haben bereits grundlegende Erfahrungen in kleinbäuerlicher Landwirtschaft, benötigen jedoch weitere Kompetenzen, um entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungskette nachhaltige Unternehmen aufbauen zu können. Durch die Vernetzung mit Unternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Stellen erhalten die jungen Agribusiness-UnternehmerInnen bessere Möglichkeiten, Finanzierungsangebote und weitere Unterstützungsleistungen zu erschließen.

    Vermittlung von landwirtschaftlichem und unternehmerischem Wissen und Einbindung in lokale Strukturen

    AGRIBUSINESS-Akademien sind speziell entwickelte Ausbildungs-, Mentoring- und Vernetzungsprogramme, die in bereits bestehende lokale Strukturen von The Hunger Project Uganda eingebunden sind. Anhand von neu entwickelten Lehrplänen wird durch qualifiziertes Lehrpersonal die Vermittlung von theoretischem Wissen mit praktischen Schulungen verbunden, der Lehrplan umfasst u.a. Nacherntebehandlung, Verarbeitung, Produktentwicklung, Vermarktung und Finanzmanagement. Ergänzend finden für Erfahrungsaustausch Lernbesuche bei Unternehmen und Messen statt, MentorInnen betreuen die Lernenden und fördern die Vernetzung untereinander. Die enge Einbindung lokaler AkteurInnen bewirkt, dass Kooperationen mit Unternehmen entlang der landwirtschaftlichen Wertschöpfungsketten, mit Finanzinstituten und öffentlichen Stellen langfristig verankert werden.

    Der Projektpartner DHP und das Epizentren-Konzept

    Das Hunger Projekt Deutschland e.V. (DHP) mit Sitz in München setzt sich seit über 40 Jahren für die weltweite Bekämpfung von Hunger und Armut ein. Der lokale Partner, The Hunger Project Uganda, ist seit 1999 als lokale NGO registriert und verfolgt das Ziel, die Eigenständigkeit von Gemeinden im Kampf gegen Hunger und Armut zu fördern. Dafür wurde die sogenannte Epizentren-Strategie entwickelt, bei der sich bis zu 20.000 Menschen zu einer Gemeinschaft (Epizentrum) zusammenschließen, um eigenständig Maßnahmen zur Bewältigung von Hunger und Armut zu ergreifen. Mittlerweile sind die Epizentren fest in den Gemeinden verankert, dienen als lokale Struktur der Förderung ländlicher Gemeinschaft und werden eigenverantwortlich geführt.

    Die beiden Partner haben das Projekt AGRIBUSINESS- Akademien gemeinsam entwickelt. Der Lösungsansatz verbindet Schulungen in nachhaltigen landwirtschaftlichen Methoden mit der Professionalisierung des Sektors durch unternehmerische Bildung und der Vernetzung der Absolventen mit lokalen wirtschaftlichen und politischen Strukturen durch die Epizentren. Dabei wird auf bewährte Ansätze und Erfahrungen des lokalen Partners aufgebaut. Die Nutzung bestehender Strukturen sichert zudem einen effizienten Ressourceneinsatz.

    Das Projekt wird hauptsächlich vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) finanziert. Ergänzend unterstützt die LL-Stiftung diese Maßnahmen zur wirtschaftlichen Stärkung junger Menschen im landwirtschaftlichen Sektor in Uganda.

    Spenden wirken sofort!

    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

    Erfolgreiche Unternehmensgründungen und Multiplikator-Effekt

    Die Projektteilnehmenden setzen ihre neuen Kompetenzen inzwischen praktisch um. In 39 unternehmerischen Gruppen entwickeln und vermarkten sie unter anderem verarbeitete Lebensmittel und weitere Agrarprodukte. Gruppen wurden formal registriert, eröffneten Bankkonten, gründeten Spar- und Kreditgemeinschaften und erzielten erste Einnahmen aus ihren Produkten. Messen, Lernbesuche, Mentoring und Radio-Talkshows erhöhen zusätzlich ihre Sichtbarkeit und verbessern ihre Vernetzung zu Unternehmen, Finanzdienstleistern und öffentlichen Stellen. Der Ansatz soll langfristig über die bestehenden Epizentren und die Einbindung lokaler Behörden weitergeführt und perspektivisch auch auf weitere Regionen übertragen werden.

    Zweimal jährlich Infos zur LL-Stiftung, den Förderprojekten und Projektpartnern erhalten.

  • MEDICA Zenica (BiH)

    MEDICA Zenica (BiH)

    Auslandsförderung: Bosnien-Herzegowina

    MEDICA Zenica

    Die deutsche Ärztin Monika Hauser gründete 1993 in Zenica das Zentrum MEDICA Zenica, das bis heute traumatisierten Frauen und ihren Kindern mit psychologischer Betreuung, Zuflucht, Kinderbetreuung und handwerklicher Ausbildung hilft.

    Ziel ist es, persönliche Stabilität, wirtschaftliche Unabhängigkeit und Selbstbestimmung zu fördern, Gewalt vorzubeugen und Solidarität unter Frauen zu stärken – trotz anhaltender sozialer, wirtschaftlicher und politischer Probleme.

    Seit 2002 fördert die Louis Leitz Stiftung den Bereich „Economic Empowerment“: Ergotherapie, handwerkliche Kurzausbildungungen und Trainings in lebenspraktischen Kompetenzen für jährlich insgesamt 30-40 Frauen und Mädchen, die wegen sexualisierter Gewalt psychosozial im Schutzhaus betreut werden. Die Förderung erfolgt seit 2009 aus dem Stiftungsfonds „Osteuropa“.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt MEDICA?

    „MEDICA war das erste Förderprojekt der Louis Leitz Stiftung. Durch guten Kontakt und regelmäßige Besuche konnten wir die schwierige politische Entwicklung Bosniens und den großen gesellschaftlichen Einfluss von MEDICA mitbekommen. Wir lernten Frauen kennen, die mit Unterstützung der vielschichtigen Arbeit von MEDICA die Folgen ihrer Traumata überwinden und durch Ausbildung und Arbeit ihre ökonomische Situation und ihre Stellung in Gesellschaft und Familie verbessern konnten. Uns beeindruckt das menschliche, politische und fachliche Engagement der Frauen vor Ort, die MEDICA geprägt und mit so großer Kompetenz weiterentwickelt haben. Wir danken der großzügigen Stifterin, die 2007 die Mittel für den Stiftungsfonds Osteuropa zur Verfügung stellte und damit diese langjährige Förderung weiterhin ermöglicht.“

    Ute Leitz und Margit Leitz
    Projektpatinnen MEDICA (2002-2026)

    Weitere Informationen unter www.medicazenica.org und unter www.medicamondiale.org.

    Krieg ist immer Gewalt gegen Frauen

    In den 1990er-Jahren erlebten Frauen in Bosnien-Herzegowina während des Krieges extreme Gewalt, darunter systematische Vergewaltigungen.

    Organisierte Gewalt und Folter hinterlassen tiefe innere Verletzungen der Seele und Persönlichkeit, auch transgenerational bei nachfolgenden Generationen. Das Beziehungsgefüge der Gesellschaft und das Vertrauen in diese bricht auseinander. Schamgefühle und die Tabuisierung sexualisierter Gewalt gegen Frauen erschweren die Überwindung der traumatischen Erfahrungen.

    Dreißig Jahre nach Beendigung der Kriegshandlungen (1992-1995) brauchen die damals jungen Mädchen und Frauen noch immer Hilfe. Sie sind als Flüchtlinge und Rückkehrerinnen, als Aussagende im Den Haager Kriegstribunal, mit dem Erlebten immer wieder konfrontiert (Retraumatisierung). Die Gesellschaft dieses Vielvölkerstaates leidet seit 1995 unter den Nachkriegsfolgen: zerstörte familiäre Beziehungen; emotionale, wirtschaftliche und körperliche Gewalt der Männer (erhöhte häusliche Gewalt); Armut und Arbeitslosigkeit; wirtschaftliche Perspektivlosigkeit; die fast unmögliche Versöhnung zwischen den Ethnien (Neuverteilung der Gebiete nach dem Vertrag von Dayton), sowie die neue komplexe, politische und administrative Staatsstruktur.

    Lebenshilfe für Gewalt-traumatisierte Frauen in Bosnien-Herzegowina

    Die Kölner Gynäkologin Monika Hauser – 2008 mit dem „Alternativen Nobelpreis“ bedacht – gründete 1993 mit ihrer Hilfsorganisation medica mondiale in der bosnischen Stadt Zenica das Therapiezentrum MEDICA Zenica für kriegstraumatisierte Frauen, Überlebende sexualisierter Gewalt, und ihre Kinder. Mitten im Krieg arbeiteten kroatische, serbische und bosniakische (muslimische) Bosnierinnen weiterhin zusammen. Dieses Miteinander ist, neben dem ganzheitlichen und interdisziplinären Ansatz, bis heute eine wesentliche Grundlage von MEDICA. Unter dem Motto „Frauen. Frieden. Solidarität“ ist MEDICA Zenica zudem für Frauenrechte gesellschaftlich und politisch engagiert, 2025 liegt ein Fokus auf der Vernetzung von und mit weiteren Frauenorganisationen, die im ländlichen Bereich aktiv sind.

    Unterstützung und Existenzsicherung durch ein integratives Konzept

    MEDICA Zenica bietet Frauen Beratung und therapeutische Unterstützung in der Beratungsstelle, Zuflucht im Schutzhaus, Betreuung und psycho-soziale Begleitung für ihre Kinder im angeschlossenen Kindergarten, sowie handwerkliche Kurzausbildungen bzw. ergo-therapeutsche Maßnahmen, begleitet durch Trainings in lebenspraktischen Kompetenzen und Bewusstseinsbildung für mehr Chancen auf gesellschaftliche und politische Partizipation. Durch persönliche Stabilisierung und berufliche Qualifizierung erhalten die Frauen „Hilfe zur Selbsthilfe“ für ihre persönliche und materielle Eigenständigkeit.

    Umfassende Qualifizierung der betreuten Frauen

    Bei durchschnittlich weit über 50% Arbeitslosigkeit (60% bei jungen Erwachsenen) in Bosnien-Herzegowina (BiH) haben Frauen und Mädchen am ehesten eine Chance mit Hilfe einer praktischen, handwerklichen Ausbildung ihre Existenz zu sichern. „Mit einem Kamm und einer Schere in der Tasche verhungerst du nicht …“ (die Ausbilderin der Friseurwerkstatt).

    Das Ausbildungszentrum MEDICA Zenica bietet berufsbildende Kurse zur Schneiderin und zur Friseurin, jeweils mit staatlich anerkanntem Zertifikat. In sechsmonatigen Ausbildungskursen erarbeiten sich jährlich etwa 15 Frauen und Mädchen das Zertifikat. 20 Frauen nehmen an ergotherapeutischen Maßnahmen teil, die für eine spätere Ausbildung motivieren soll.

    Medica ist auch in den Dörfern

    Seit Anfang 2009 wurden zusätzlich Schneiderinnen an zwei ländlichen Standorten ausgebildet; über 60 Frauen zwischen 15 und 55 Jahren waren es 2015. Diese Frauen erhalten zusätzlich Kurse zum „Bewusstseinstraining“ in erzieherisch-therapeutischen Workshops, um mit interfamiliären Konflikten und Gewalt besser umgehen zu können.

    Traditionelle, maskuline Rollenbilder, Entzug jeglicher Autonomie für unverheiratete und verheiratete Frauen und geschlechtsspezifische Gewalt sind ein großes Problem. Dank dieser Kurse lernen sich Frauen eines gleichen Dorfes kennen, über ihr Leben sprechen, erleben Solidarität und positive Stärkung ihrer Person und ihrer Fähigkeiten.

    Unterstützung beim Übergang in die Selbstständigkeit

    Die Mitarbeiterinnen, zum Teil selbst Überlebende von Gewalt, sorgen dafür, dass die Frauen über die berufliche Ausbildung hinaus ihre persönlichen Potentiale wiederentdecken und entwickeln können. Im gewaltfreien Zusammen-Leben, Zusammen-Arbeiten, Konflikte-Lösen, Voneinander-Lernen und in der menschlichen Wertschätzung können Kraft, Mut und Zuversicht für die eigenständige Gestaltung des Lebens wachsen. Medica begleitet die Frauen beim Übergang in die Berufsausübung, hat Abkommen mit Betrieben initiiert und pflegt die gute Zusammenarbeit mit den Arbeitsagenturen.

    Die Absolventinnen der Schneider- und Polster-Kurse finden – abhängig vom Standort und wirtschaftlicher Lage – Arbeit in Fabriken oder Werkstätten (z.B. KFZ-Zulieferer, Sitzbezüge). In einigen Städten konnten ehemalige Kursteilnehmerinnen eigene Gewerbe eröffnen. Andere machen mit den erlernten Techniken Heimarbeit.

    Die mittelfristige Zukunft des MEDICA Ausbildungszentrums

    In der Zusammenarbeit mit der Kommune wurden große Erfolge erzielt. Das Sozialamt stellt seit 2007 „Not-Shelterbetten“ und zwei Therapieräume zur Verfügung. In 2008 erreichte MEDICA kostenlose, medizinische Versorgung und Untersuchungen im Zenica Krankenhaus für die im Shelterhouse aufgenommenen Frauen und Kinder.

    Frauen sind von der Arbeitslosigkeit direkt betroffen, aber auch indirekt durch ihre arbeitslosen Männer und vermehrte häusliche Gewalt. In der wirtschaftlich prekären Lage nimmt das Gewaltpotential in Gesellschaft und Familie leider eher zu. Durch die finanzielle Förderung und mehrere Kooperationen dokumentieren sowohl die Stadt Zenica als auch der Kanton (UNDP) den Stellenwert der Angebote von MEDICA Zenica, das jedoch auch zukünftig von den Fördermitteln verschiedener internationaler NGO’s abhängig bleiben wird.

    Die Mitarbeiterinnen kämpfen Jahr für Jahr darum, die Arbeit im MEDICA Ausbildungszentrum fortführen zu können, mit beeindruckenden Ergebnissen: Während der letzten 30 Jahre konnten 3.000 Frauen und Mädchen im Schutzhaus betreut werden. 1.800 von ihnen haben erfolgreich an den Kursen zum „economic empowerment“ teilgenommen (mehr lesen… )

    Spenden wirken sofort!

    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

    Mit neuen Ideen, unseren kompetenten Stiftungspartnern und neuen Engagierten!