Kategorie: Inlandsförderung

  • LERNWERKSTATT (D)

    LERNWERKSTATT (D)

    Inlandsförderung: Stuttgart Weilimdoprf

    LERNWERKSTATT

    Einen innovativen Bildungsort finden neuzugewanderte Kinder und Jugendliche, die wenig oder keine Schulerfahrung mitbringen, in der LERNWERKSTATT. Die 11-14-jährigen „Seiteneinsteiger“ werden durch ein multiprofessionelles Team ganztägig begleitet. Intensive Sprachförderung und handlungsorientiertes Lernen in kleinen Lerngruppen in Verbindung mit sozialer und emotionaler Unterstützung und individueller Förderung sollen bis zu 60 SchülerInnen jährlich Türen öffnen für ihren weiteren Bildungsweg.

    In diesem auf fünf Jahre angelegte Pilotvorhaben werden wirksame Lernsettings entwickelt, die das reguläre Schulsystem nachhaltig verändern sollen.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt LERNWERKSTATT?

    „Das Thema Migration und Teilhabe wird noch viele Jahre relevant bleiben. Im deutschen Bildungssystem und auf dem Arbeitsmarkt werden junge geflüchtete Menschen oft benachteiligt und haben aufgrund von sprachlichen oder anderen Barrieren nicht die gleichen Chancen wie andere Menschen ihrer Altersgruppe. Um diesem strukturellen Problem entgegenzuwirken braucht es innovative Lösungen und die Bereitschaft, den Status Quo zu verändern. Organisationen der Zivilgesellschaft arbeiten beim Projekt LERNWERKSTATT eng mit der Verwaltung der Stadt Stuttgart zusammen. Allein dieser Aspekt des Projekt ist vorbildlich. “

    Katharina Leitz
    Projektpatin LERNWERKSTATT

    Weitere Informationen unter https://www.stuttgart.de/leben/bildung/bildungsgerechtigkeit/

    Neuzugewanderte Jugendliche stehen vor vielfältigen Herausforderungen

    Junge Menschen, die teilweise auf der Flucht traumatische Erlebnisse durchlebt haben, haben es oft schwer, sich auf schulische Anforderungen zu konzentrieren. Zusätzlich konnten viele in ihren Heimatländern nicht oder nur eingeschränkt zur Schule gehen, sind können daher auch in ihrer Muttersprache nicht lesen und schreiben und müssen erst lernen, sich im Schulalltag zurechtzufinden. Sie haben auch aufgrund ihres Alters nur begrenzte Möglichkeiten, einen Abschluss zu erreichen. Damit eine Integration ins duetsche Bildungssystem möglich wird, benötigen sie sozio-emotionale Stabilisierung, intensives Sprachtraining und eine grundlegende Einführung in das schulische Lernen.

    Das pädagogische Konzept: ein geschützter, durchlässiger Bildungsort mit kleinen Lerngruppen

    In vier Lerngruppen können die Jugendlichen Grundkompetenzen erwerben und entsprechend ihrem Förderbedarf unterstützt werden. Die Lernwerkstatt bietet ihnen klare Struktur und Orientierung, aber auch ein Übungsfeld für den regelmäßigen Schulbesuch. Mulitprofessionalle Teams aus LehrerInnen, Sozial-, Kunst- und Sportpädagogen bieten individuelle Begleitung und unterstützen zielgerecht. Spracherwerb, das Erlernen von Schlüsselkompetenzen und Integration werden nicht nur durch schulische Angebote, sondern auch durch außerschulische Aktivitäten gefördert, die ggf. in den Sozialraum (Jugendhäuser, Bibiliotheken, Vereine etc.) hinausführen. Gemeinsame Mahlzeiten, die auch Einsatz beim Zubereiten und Anrichten erfordern und gezielte Elternarbeit runden das Ganztagsangebot ab.

    Individuelle Begleitung durch Mentoring in digitalen Tandems

    Die Fördermittel der LL-Stiftung werden für den Bereich Individuelle Begleitung und Förderung eingesetzt. Dazu werden u.a. MentorInnen eingesetzt, die ihre Mentees 1:1 digital begleiten. Dieser Baustein ist in den Schulalltag integriert und findet während der Schulzeit statt. Mit der KinderHelden gGmbH, die das Mentoring verantwortet und organisiert, haben wir bereits langjährige, gute Erfahrungen gemacht.
    Das Modellprojekt LERNWERKSTATT ist ein Kooperationsprojekt der mehrerer Stuttgarter Behörden, der Evangelischen Gesellschaft Stuttgart e.V., der Vector Informatik GmbH, die die Räumlichkeiten zur Verfügung stellt, mehreren Stiftungen und anderen Förderern, das im Arbeitskreis Bildungschancen des Stiftungsnetzwerks Region Stuttgart vorgestellt wurde.

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  • BERUFSBILDUNG_Integration (D)

    BERUFSBILDUNG_Integration (D)

    Inlandsförderung: Kassel

    BERUFSBILDUNG als Schlüssel zur Integration

    Unter dem Motto „Fuß fassen durch Bildungserfolg“ unterstützen sozialpädagogische Fachkräfte sowie ehrenamtliche Mentoren und Mentorinnen Jugendliche mit Migrationshintergrund dabei, schulische, sprachliche und integrative Schwierigkeiten zu bewältigen.

    Ein neuer Bereich kommt jetzt dazu: Bei der beruflichen Orientierung zu unterstützen, Ausbildungsplätze zu finden und Abbrüche zu verringern – dafür bekommt SELF eine Förderung des Landes Hessen, für die eigene Mittel in gleicher Höhe erforderlich sind, zu denen die Ko-Finanzierung der Louis Leitz Stiftung beiträgt.

    SELF Kassel e.V. war in seiner Entstehung 2009 ein Anschubprojekt der Louis Leitz Stiftung und wurde 2020-23 nochmals gefördert.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt BERUFSBILDUNG als Schlüssel zur Integration?

    Aufgrund sprachlicher und sozioökonomischer Hürden haben viele Jugendliche mit Mitgrationshintergrund Schwierigkeiten, den Übergang von der Schule in eine Ausbildung erfolgreich zu meistern. „SELF“ steht für Selbstbestimmt, Engagiert, Lernen und Fördern“ auf der Basis von Beziehungsaufbau und Vertrauen. Unter diesem Motto von sollen nun auch frühzeitige Berufsorientierung, kontinuierliche Unterstützung und Hilfe bei der Verbesserung der (Sprach-)Kompetenzen angeboten werden – ein wichtiger Schritt zur erfolgreichen Integration.

    Ute Leitz
    Projektpatin BERUFSBILDUNG_Integration

    Weitere Informationen unter https://www.self-kassel.de/

    Das deutsche Bildungssystem baut auf Unterstützung aus dem Elternhaus

    Wenn Familien eigene Erfahrungen mit dem deutschen Ausbildungssystem und Wissen über das Duale System fehlen, fällt es vielen Jugendlichen schwer, den Übergang in Ausbildung und Beruf erfolgreich zu meistern. Ein Mangel an positiven Vorbildern kommt oft erschwerend hinzu. Die Folgen sind hohe Abbruchquoten in Ausbildungen und zahlreiche unbesetzte Ausbildungsstellen, während viele junge Menschen ohne Perspektive bleiben.

    Herausforderungen frühzeitig erkennen und durch gezielte Begleitung erfolgreich bewältigen

    Wir unterstützen seit vielen Jahren Jugendliche mit Migrationshintergrund bei der Vorbereitung auf ihren Schulabschluss. Dabei arbeiten wir sowohl in Kleingruppen als auch mit individuellen Hilfestellungen und betreuen in der Regel über längere Zeiträume. Das dabei aufgebaute Vertrauensverhältnis zu Ehemaligen, von denen sich einige als MentorInnen einsetzen und den aktuellen Teilnehmenden nutzen wir gezielt.

    Vernetzung mit Akteuren vor Ort, um gemeinsam berufliche Perspektiven zu eröffnen und dem Fachkräftemangel entgegen zu wirken

    Bestehende Kontakte zu (berufliche) Schulen und kommunalen Institutionen werden im Rahmen des Projektes ausgebaut. Kontakte zu Unternehmen, der Agentur für Arbeit, den Kammern und Innungen werden geknüpft. So können realistisch mögliche Berufsbilder vorgestellt und ggf. durch Betriebskontakte verdeutlicht werden. Im Rahmen des Projekts werden Strukturen und Konzepte erarbeitet, die auch über die Projektlaufzeit hinaus genutzt werden können. Das gilt besonds für die Öffnung des Kernlehrangebots (Mathematik, Deutsch, Englisch) für Auszubildene.

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  • ANNA for Future (D)

    ANNA for Future (D)

    Inlandsförderung: Stuttgart Bad Cannstatt

    ANNA for Future

    Berufsvorbereitung und Ausbildung bietet das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM). Die Teilnehmenden – chancenarme Jugendliche, oft mit Migrationshintergrund – haben unter der Isolation in der Pandemie stark gelitten. Sozialpädagogische und psychologische Unterstützung soll ihnen helfen, Defizite auszugleichen und Selbstvertrauen und Sozialkompetenzen aufzubauen, damit sie die Bildungsmaßnahmen durchhalten und die Integration in den ersten Arbeitsmarkt zu schaffen. 

    Das aktuelle Projekt ist die fünfte Förderkooperation der Louis Leitz Stiftung mit der Bildungsstätte des AHM, die Zusammenarbeit besteht seit 2003.

    Warum unterstützt die LL-Stiftung das Projekt ANNA for Future?

    „Ziel dieser, wie auch der vorhergehenden Projektkooperationen mit der Anna Haag Bildungsstätte ist die Integration von Menschen durch berufliche Bildung als Voraussetzung für die individuelle Existenzsicherung und gesellschaftliche Teilhabe. Wieder fördern mehrere Stuttgarter Stiftungen gemeinsam ein Projekt, das wachsender Benachteiligung und damit auch gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirkt. Dabei greift das AHM auf die Erfahrungen und Erkenntnisse der Vorgängerprojekte (zuletzt MIGRA) zurück, die darauf angelegt waren, in die Strukturen der Bildungsstätte überzugehen. Auch dieses Projekt beinhaltet die digitale Erfassung der Ergebnisse und Schulungen der Mitarbeitenden, die den Wissenstransfer im Team und damit institutionelle Nachhaltigkeit gewährleisten.“

    Christoph Glatzel
    Projektpate ANNA for Future

    Weitere Informationen unter https://www.annahaaghaus.de/ueberblick-bildungsstaette/

    Nachwirkungen der COVID-Pandemie gefährden Zugang zum ersten Arbeitsmarkt

    Der Teilnehmerkreis des Projekts ANNA for Future sind chancenarme Jugendliche, die in unserem Bildungssystem nach wie vor benachteiligt sind. Sie haben eine Förderschule besucht oder die Schule ohne Hauptschulabschluss verlassen und nehmen an einer der beruflichen Bildungsmaßnahmen teil, die das Anna Haag Mehrgenerationenhaus (AHM) in Stuttgart Bad Cannstatt anbietet.

    Aufgrund ihrer jeweils ganz individuellen Probleme und Defizite fällt es ihnen schwer, ihre eigenen Stärken zu sehen und persönliche Perspektiven zu entwickeln. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie haben bei vielen Jugendlichen negative Nachwirkungen erzeugt – bei der Zielgruppe der Bildungsstätte des AHM wird es besonders deutlich: Die Pandemie wirkte wie ein Verstärker, der die ohnehin vorhandene Benachteiligung potenziert hat. Das zeigt sich auch an der Abbruchquote, die seit der Pandemie deutlich höher liegt als davor.

    Home Teaching hinterlässt schulische Lücken und Defizite in der Persönlichkeitsentwicklung

    Erschwerter Zugang zum Home-Teaching aufgrund von beengten Wohnverhältnissen und mangelnder digitaler Ausstattung haben bei den Teilnehmenden der AHM-Bildungsangebote schulische Lücken hinterlassen. Auch die Angebote zur beruflichen Orientierung haben gefehlt. Zusätzlich führten der Mangel an Tagesstrukturen, sozialen Kontakten und fehlende Freizeitangebote bei den Jugendlichen zu starker psychischer Belastung. Insgesamt zeigt sich, dass durch die „Coronazeit“ deutliche Defizite in der persönlichen Entwicklung und beim Aufbau sozialer Kompetenzen entstanden sind, während Zukunftsängste zunehmen. Dadurch fällt es vielen von ihnen schwer, beruflichen Perspektiven zu sehen und zu verfolgen.

    Ein ganzheitlicher Ansatz kombiniert sozialpädagogische und psychologische Betreuung

    ANNA for Future fördert die Jugendlichen in mehreren Dimensionen. Dazu gehören die Stabilisierung der Persönlichkeit durch psychosoziale Begleitung in individuellen und Gruppenangeboten, die Förderung der Sozialkompetenz durch geeignete Trainings (Selbstbehauptung, Konfliktlösung, Anti-Aggression) und ein verbesserter Zugang zu aktivierenden Freizeitaktivitäten.

    Vertiefte Maßnahmen zur Berufsorientierung und Trainings zur Verbesserung von Durchhaltevermögen, Tagesstruktur und Umgang mit Krisen sollen die Jugendlichen bei ihrer erfolgreichen Berufswegeplanung unterstützen. Schließlich sollen intensive Bewerbungstrainings, eine gezielte Unterstützung von Jugendlichen und Betrieben im Einstellungsverfahren und intensive Nachbetreuung dazu beitragen, dass die 150 Teilnehmenden des dreijährigen Projekts sich erfolgreich im ersten Arbeitsmarkt platzieren können. In der Zusammenarbeit mit der Kommune wurden große Erfolge erzielt.

    Spenden wirken sofort!

    Geldspenden an die Louis Leitz Stiftung kommen zu 100% unseren aktuellen Förderprojekten zugute –  ohne Abzug für Verwaltungskosten.

    Zweimal jährlich Infos zur LL-Stiftung, den Förderprojekten und Projektpartnern erhalten.